ihre spielweise bleibt immer experimentell und facettenreich. gezupfte zwischenteile mit pikanten flagolett-tönen folgen auf sanft gestrichene, orientalisch anmutende melodien und schnelle tremolos.
die musik lässt landschaften entstehen: mal säuselt sie leise wie der wind, mal ist sie brachial und dramatisch wie brandungswellen.
eines der highlights ist das eigens für die „sbamsbamphonie“ komponierte „twistitsista“ von ben jeger. in dem kraftvollen stück spielt die künstlerin nicht nur cello, sondern stampft mit dem fuss und singt (oder schreit förmlich) mit ihrem instrument um die wette. die komposition lässt erahnen, wie eine „apocalyptica“-version des soundtracks zu „ronja räubertochter“ klingen würde.
christoph neuenschwander, solothurner zeitung 8.3.2010
zu sbamsbamphonie
barbara gasser entlockt ihrem cello epische, aber auch heisere & kratzige laute. experimentell darf man es allemal nennen, wenn sich die stockenden, aber harmonischen klänge mit treibend orchestralen oder solchen, die als walgesänge interpretierbar sind, abwechseln.
lucas huber, volksstimme, 14.7.2009
und kaum geht das licht aus, wird uns anwesenden von ben jeger mit seiner glasharfe und seiner kongenialen cellistin barbara gasser leben, lachen, herzschlag, bewegung und grosse gefühle eingehaucht.
Carlo Girardelli
...die unkonventionelle arbeit um den steg herum war schon eine musik für sich.
urs volkart, maerchenquelle.ch, 10.7.2009
Das erste Mal, vor Jahren war’s: Barbara, damals noch Studentin, ihr Auftritt in der Jesuitenkirche Solothurn anlässlich eines Konzertes der Studierenden des Konservatoriums Biel. Das Programm: alte Musik und zeitgenössische. Barbara mit beidem vertraut, als Solistin Sofias Gubajdulinas meditative Komposition „Sieben Worte “ interpretierend. Sie hören: Bewundernswert das hohe Können, die Intonationssicherheit und musikalische Gestaltungskunst der Cellistin, so jung und noch in Ausbildung, doch ausgereift das Spiel. Berührend und zutiefst beeindruckend ihr Ernst, die ihr eigene Gesammeltheit, ihre Hingabe an das anspruchsvolle, kontemplative Werk.
Später dann: Ich höre und begegne Barbara erneut. Sie hat ihr Studium in Biel beendet und am Conservatoire de Lausanne das Konzertdiplom erworben. Vertraut mit der Interpretation der Werke verschiedener Epochen und unterschiedlicher Stilrichtungen weiss sie sich durch die Erarbeitung moderner Werke besonders herausgefordert. Ihnen gilt ihr Interesse, und in der bewussten und zugleich einfühlsamen Wiedergabe neuster Musik bewährt sich ihr Können. Sie stellt es unter Beweis, indem sie ein äusserst anspruchsvolles Programm erarbeitet, bestimmt zur Teilnahme an einem Wettbewerb, das sie zur Probe erst im privaten Kreis spielt. Dort habe ich sie gehört, ihr bis in feinste Nuancen technisch äusserst gekonnt gestaltetes und zugleich expressives Spiel (Luciano Berio, Henri Dutilleux, Witold Lutoslawski u.a.); und bewundernd gesehen ihren Ausdruck des gesammelten Bewusstseins bei gleichzeitigem feinstem innerem Mitgehen.
Und die dritte Begegnung: eine Neuentdeckung, zeigend die Vielfalt der Interessen und des Könnens dieser Cellistin. Barabara spielt virtuos und profiliert deutend diesmal Lutoslawskis „Sacher Variation“, zeigt sich jedoch ebenso engagiert zusammen mit einem Cantautore, Cello spielend und mitsingend, in der anrührend lebendigen Wiedergabe italienischer Canzoni, mal stimmungsvoll gemüthaft, mal lebensnah erzählend, mal gesellschaftskritisch angriffig, wie eben Canzoni sind.
Biel, 16. April 2005
Heinz Wyss